Bei George W. Bush’s Rede auf dem Luftwaffenstützpunkt Fort Bragg sah man ein ruhiges, “respektvolles” Publikum braver Soldaten, die vorher zur Ruhe und Besinnung angehalten wurden. Sie schienen sowieso nicht in Jubellaune zu sein.
Mit Löchern in der Veteranenkasse und den nach wie vor unnötig schlechten Ausrüstung der Truppen im Irak, die häufig in ungepanzerten Fahrzeugen ihren Dienst verrichten müssen, wo ständig am Strassenrand Bomben hochgehen, kann einem auch das Jubeln vergehen. Aber selbst das hilft nicht mehr unbedingt, da die von den Aufständischen verwendeten Waffen immer professioneller werden.
Um die sich Durchhalterhetorik etwas aufzupeppen zog er die Terrorismus-Trumpfkarte 9/11 mehrmals hervor. Doch bei einer Bevölkerung, der langsam klar wird, welchem Komplott sie diesen Krieg zu verdanken hat, muss die Geduld wohl mit Ergebnissen belohnt werden. Die Umfragewerte von Bush sind im Keller. Hinter der Hand wird er schon als “Lame Duck” Präsident bezeichnet, was in seinem Fall bedeutet, das er seine politische Agenda nicht durchsetzen kann, bis ein neuer Präsident ins Amt kommt.
Die Stille, die über die ganze Zeit vom Publikum ausging war gespenstisch und schien den Leuten aus dem Bush-Team auch etwas zuviel zu sein sein, so daß bei den Schlüsselworten “We will stay in the fight until the fight is done.” eine Mitarbeiterin des Weissen Hauses anfing zu klatschen, worauf die angetretenen Soldaten brav Ihrem Beispiel folgten. Timing ist eben alles.