London und die irakische Nemesis
Neben vielfältigen Augenzeugenberichten, die von den schockierenden Ereignissen in London berichten, drängt sich natürlich auch der Gedanke auf, die Briten hätten diesen Anschlag durch Ihre Beteiligung am Irak-Krieg mit “provoziert”.
Nun sicherlich hat sich die Al-Qaeda, wenn Sie es denn war, mit London ein Ziel ausgesucht, das gut dazu taugt, sich als Racheengel des Islam zu präsentieren. Der Irak-Krieg fungiert heimlich ja schon länger als Werbekampagne für Al-Qaeda, egal wie sehr George Bush das auch bestreiten möchte, die jährliche Anzahl der Terroranschläge auf der Welt ist seit dem Irak-Krieg stetig angestiegen. Aber ich weigere mich angesichts solcher Horrortaten diese Mörder durch einen vermeintlich guten Grund zu adeln.
Es gibt nichts was den Mord an unschuldigen Zivilisten rechtfertigt. Aber der Irak-Krieg wird von Al-Qaeda zum Symbol des geschändeten Islam stilisiert und somit als Rechtfertigung für solche Terrorakte missbraucht. Also war Gross-Britannien als Kriegsteilnehmer ein logisches Ziel? Heißt das aber wiederum, daß wir in Deutschland keiner Terrorgefahr ausgesetzt sind, weil wir nicht im Irak gekämpft haben? Absolut nicht.
Hätte Deutschland gestern das Ziel gewesen sein können wenn eine fiktive CDU-Regierung mit der “Koalition der Willigen” in den Irak marschiert wäre? Diesen Gedanken las ich hier und hier in der Blogosphäre. Aber da muß ich wiedersprechen.
Das langfristiges Ziel der islamistischen Terroristen, so wirr dieser Utopismus auch sein mag, ist die Errichtung eines weltweiten Kalifats. Folgt man dieser Logik ist Deutschland, neben seiner Beteiligung am “Krieg gegen den Terror” in Afghanistan und der Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte, langfristig als Land der Ungläubigen auf jeden Fall auf der “Hitliste”. Es ist also letztendlich nur eine Frage der Zeit bis auch Deutschland Ziel eines Angriffs wird. Eine Einsicht, die hier, nahe des Kanzleramtes, etwas beängstigend ist.
Rufe nach neuen Maßnahmen zur Terrorabwehr werden laut. Lothar auf Merken-die-nix hat einige der Stimmen hier gesammelt. Obwohl das Sicherheitsproblem eher in den leeren Kassen der Landeskriminalämter, als in der mangelnden Gesetzgebung zu suchen ist, wird so ein Ereignis immer gern populistisch ausgeschlachtet. Die Amerikaner haben 9/11 den “Patriot Act” zu verdanken. In der Gunst der Stunde wurde damals, dieses Gesetzespaket, das entscheidend in die persönliche Freiheit der US-Bürger eingreift, in erster Lesung durch den Senat gedrückt.
Das die Islamisten in arabischen Breiten auch eher Randgruppen darstellen, vergisst man bei tödlichen Anschlägen schnell. Niemand hat diese Leute zu Rächern des Islam gemacht, außer Sie sich selber. Ihnen die Rekrutierung unmöglich zu machen, sollte unsere Aufgabe sein. Allerdings brauchen wir dazu die Unterstützung der Mullahs, Toleranz und nicht Hass zu predigen.
Einem mulmigen Gefühl konnte ich mich nicht erwehren als ich heute die Laufschrift an der U-Bahn Station sah, in der vor fremden Gegenständen gewarnt wurde.
Ich möchte hier noch meine Bewunderung für die gefasste Haltung, die die Briten an diesem Krisentag demonstriert haben, äußern. Hut ab.
Terroranschlge in London
Am heutigen morgen ist es zeitgleich mit dem Auftakt des Weltwirtschaftsgipfels in Gleneagles in Schottland, zu einer Serie von Bombenanschlgen im Berufsverkehr von London gekommen. Die Bombenanschlge scheinen Dutzende von Opfern gekostet zu haben…
Trackback von Mein Parteibuch — 8. July, 2005 @ 12:44